Denken hilft...
21 11 2005
Zufälligerweise schreibt mein Kumpel Quality über genau das Thema, über welches ich mich heute auch auskotzen wollte. Lauter Vollpfeifen um einen rum.
Nachdem ich mal wieder ein Wochenende im Kreise der Familie verbracht hatte, machte ich mich heute in aller Frühe wieder auf in Richtung meines Wohn- und Arbeitsortes. Verkehrsmittel meiner Wahl - die Deutsche Bahn. Ausnahmsweise gibts mal nichts über die Bahn an sich zu lästern, der Zug war - ich weiss, es ist kaum zu glauben - pünktlich.
Die ersten 60 Minuten waren auch super angenehm, eben mal umsteigen, schnell die aktuelle Tageszeitung geholt und weiter ging es. Aber dann war es das auch schon mit der morgendlichen Ruhe.
Nach dem ersten Zwischenhalt trampelt erst eine Horde Schüler durch den Zug die alles umrannte was ihnen im Wege stand, ohne sich auch mal nur umzudrehen und sich eventuell zu entschuldigen. Nächster Zwischenhalt, ich hatte mich gerade wieder in meine Lektüre vertieft, steigt ein Mann zu. Er fragt eigentlich ganz freundlich ob der Platz neben mir frei sei und setzte sich dann aber auch gleich schon hin. Nach zwei Minuten - ich wunderte mich schon warum es hier denn so nach Alkohol riecht (es war inzwischen ca. 8 Uhr), da fummelte der Mann neben mir eine Bierflasche aus der Jackentasche. "Plopp", "Zisch" und schon war sie auf die Buddel mit dem Gerstensaft. Soweit noch recht unspektakulär, bis auf die Tatsache das der gute Mann einen äußerst unangenehmen Geruch verbreitete. So wie Alkoholiker eben riechen. Ich rutschte inzwischen etwas tiefer in meinen Sitz und spannte meine Zeitung vors Gesicht um die Duftwolken des Herren neben mir, irgendwie von mir fernzuhalten. Ich war gerade soweit mich auch daran zu gewöhnen, als der gute Mann anfing einem weiteren Fahrgast seine Lebensgeschichte zu erzählen. Und er erzählte wirklich alles - man könnte sagen - er hat ihm den kompletten Datensatz auf die Festplatte kopiert. Eigentlich war ich ja ganz froh, dass nicht ich angesprochen war, aber zu früh gefreut.
Einige Stationen später musste der inzwischen sichtlich verwirrte andere Fahrgast aussteigen und kaum fuhr der Zug wieder los, sprach der Mann mich an, ob er mit mir ein bisschen plaudern dürfe. Er hätte Lust auf ein bisschen Unterhaltung. Freundlich, aber bestimmt sagte ich ihm, dass ich jetzt nicht wirklich die Lust dazu verspüre mich zu unterhalten, da ich müde sei und meine Zeitung lesen wolle. Ich dachte damit sei das Thema erledigt, zudem war der gute Kerl zunächst ruhig geblieben. Aber wieder zu früh gefreut - jetzt plapperte er doch los. So von wegen die Zeitung die ich lese sei die beste in Deutschland, beste Aufmachung, beste Gestaltung, usw. er habe sie auch erst wieder am Samstag gelesen, von Anfang bis zum Ende, jeden Artikel. Ich atmete ein - ich atmete aus und versuchte ruhig und gelassen zu bleiben, es waren ja nur noch 20 Minuten bis zum Zielort. Am Zielort angekommen musste ich ihm dann nur noch ungefähr zehn mal erklären wo er eine bestimmte Bank findet und dann hatte ich meine Ruhe.
Aber dann erlebte ich sofort wieder eines der großen Rätsel die sich mir ständig stellen. Quality hatte darüber ja in ähnlicher Weise ja schon geschrieben, dass Menschen die vor dem Zug warten um einzusteigen immer direkt vor der Tür warten, so dass man sich mehr oder weniger durchkämpfen muss um raus zu kommen. Was mir aber ein genauso großes Rätsel ist, warum zum Henker bleiben Menschen fast immer 1,5 Meter nachdem sie durch eine Tür durch sind stehen??? Egal ob die lieben Kommilitonen aus dem Hörsaal stürmen, Menschen einen Zug, ein Geschäft, einen Aufzug oder sonst was durch eine Tür verlassen, sie bleiben immer kurz dahinter stehen. Müssen die sich alle erst noch klar werden was sie jetzt machen sollen? Oder was soll das?
Etwa 5 Minuten später und 20 Meter weiter unter der Erde, warte ich auf auf die Stadtbahn. Und da gibt es auch was ganz tolles zu beobachten. Vor gut zwei Jahren wurden dort so Leinwände installiert auf denen neben jeder Menge Werbung auch ein paar Nachrichten gezeigt werden. Man hat noch 5 Minuten, stellt sich irgendwo weiter hinten hin und linst so auf die Wand und lässt sich von den Infos dort berieseln. Zumindest will man das. Aber keine 30 Sekunden später kommt wieder irgendein Schnarchzapfen, der - und das ist ja auch sein gutes Recht - sich auch die neuesten Nachrichten und Werbespots auf dieser Leinwand ansehen will. Aber wieso bitte, stellen sich die Leute immer direkt an den Bahnsteig vor diese Leinwand, so dass andere Personen nichts mehr sehen können?
Und da ja bald Weihnachten ist und mir der Wunsch mit dem Weltfriede nie erfüllt wird, probier ich es dieses Jahr mal damit, dass ich mir wünsche, dass manche Menschen ein klein wenig öfter den Apparat zwischen ihren Ohren zum Denken benutzen. Es hilft nämlich gelegentlich...
Nachdem ich mal wieder ein Wochenende im Kreise der Familie verbracht hatte, machte ich mich heute in aller Frühe wieder auf in Richtung meines Wohn- und Arbeitsortes. Verkehrsmittel meiner Wahl - die Deutsche Bahn. Ausnahmsweise gibts mal nichts über die Bahn an sich zu lästern, der Zug war - ich weiss, es ist kaum zu glauben - pünktlich.
Die ersten 60 Minuten waren auch super angenehm, eben mal umsteigen, schnell die aktuelle Tageszeitung geholt und weiter ging es. Aber dann war es das auch schon mit der morgendlichen Ruhe.
Nach dem ersten Zwischenhalt trampelt erst eine Horde Schüler durch den Zug die alles umrannte was ihnen im Wege stand, ohne sich auch mal nur umzudrehen und sich eventuell zu entschuldigen. Nächster Zwischenhalt, ich hatte mich gerade wieder in meine Lektüre vertieft, steigt ein Mann zu. Er fragt eigentlich ganz freundlich ob der Platz neben mir frei sei und setzte sich dann aber auch gleich schon hin. Nach zwei Minuten - ich wunderte mich schon warum es hier denn so nach Alkohol riecht (es war inzwischen ca. 8 Uhr), da fummelte der Mann neben mir eine Bierflasche aus der Jackentasche. "Plopp", "Zisch" und schon war sie auf die Buddel mit dem Gerstensaft. Soweit noch recht unspektakulär, bis auf die Tatsache das der gute Mann einen äußerst unangenehmen Geruch verbreitete. So wie Alkoholiker eben riechen. Ich rutschte inzwischen etwas tiefer in meinen Sitz und spannte meine Zeitung vors Gesicht um die Duftwolken des Herren neben mir, irgendwie von mir fernzuhalten. Ich war gerade soweit mich auch daran zu gewöhnen, als der gute Mann anfing einem weiteren Fahrgast seine Lebensgeschichte zu erzählen. Und er erzählte wirklich alles - man könnte sagen - er hat ihm den kompletten Datensatz auf die Festplatte kopiert. Eigentlich war ich ja ganz froh, dass nicht ich angesprochen war, aber zu früh gefreut.
Einige Stationen später musste der inzwischen sichtlich verwirrte andere Fahrgast aussteigen und kaum fuhr der Zug wieder los, sprach der Mann mich an, ob er mit mir ein bisschen plaudern dürfe. Er hätte Lust auf ein bisschen Unterhaltung. Freundlich, aber bestimmt sagte ich ihm, dass ich jetzt nicht wirklich die Lust dazu verspüre mich zu unterhalten, da ich müde sei und meine Zeitung lesen wolle. Ich dachte damit sei das Thema erledigt, zudem war der gute Kerl zunächst ruhig geblieben. Aber wieder zu früh gefreut - jetzt plapperte er doch los. So von wegen die Zeitung die ich lese sei die beste in Deutschland, beste Aufmachung, beste Gestaltung, usw. er habe sie auch erst wieder am Samstag gelesen, von Anfang bis zum Ende, jeden Artikel. Ich atmete ein - ich atmete aus und versuchte ruhig und gelassen zu bleiben, es waren ja nur noch 20 Minuten bis zum Zielort. Am Zielort angekommen musste ich ihm dann nur noch ungefähr zehn mal erklären wo er eine bestimmte Bank findet und dann hatte ich meine Ruhe.
Aber dann erlebte ich sofort wieder eines der großen Rätsel die sich mir ständig stellen. Quality hatte darüber ja in ähnlicher Weise ja schon geschrieben, dass Menschen die vor dem Zug warten um einzusteigen immer direkt vor der Tür warten, so dass man sich mehr oder weniger durchkämpfen muss um raus zu kommen. Was mir aber ein genauso großes Rätsel ist, warum zum Henker bleiben Menschen fast immer 1,5 Meter nachdem sie durch eine Tür durch sind stehen??? Egal ob die lieben Kommilitonen aus dem Hörsaal stürmen, Menschen einen Zug, ein Geschäft, einen Aufzug oder sonst was durch eine Tür verlassen, sie bleiben immer kurz dahinter stehen. Müssen die sich alle erst noch klar werden was sie jetzt machen sollen? Oder was soll das?
Etwa 5 Minuten später und 20 Meter weiter unter der Erde, warte ich auf auf die Stadtbahn. Und da gibt es auch was ganz tolles zu beobachten. Vor gut zwei Jahren wurden dort so Leinwände installiert auf denen neben jeder Menge Werbung auch ein paar Nachrichten gezeigt werden. Man hat noch 5 Minuten, stellt sich irgendwo weiter hinten hin und linst so auf die Wand und lässt sich von den Infos dort berieseln. Zumindest will man das. Aber keine 30 Sekunden später kommt wieder irgendein Schnarchzapfen, der - und das ist ja auch sein gutes Recht - sich auch die neuesten Nachrichten und Werbespots auf dieser Leinwand ansehen will. Aber wieso bitte, stellen sich die Leute immer direkt an den Bahnsteig vor diese Leinwand, so dass andere Personen nichts mehr sehen können?
Und da ja bald Weihnachten ist und mir der Wunsch mit dem Weltfriede nie erfüllt wird, probier ich es dieses Jahr mal damit, dass ich mir wünsche, dass manche Menschen ein klein wenig öfter den Apparat zwischen ihren Ohren zum Denken benutzen. Es hilft nämlich gelegentlich...












