Zensursula und ihre wirkungslosen Internetsperren


22 05 2009
Das Thema kocht ja schon seit Wochen im Netz hoch, aber ich komme leider erst jetzt dazu, meinen Senf dazu abzugeben...

Kinderpornografie bzw. Kindesmissbrauch ist eine schlimme Sache und gehört mit aller Härte des Gesetzes bestraft. Da werden sich die meisten einig sein. Als frisch gebackener Vater, will ich mir auch gar nicht vorstellen, was ich mit jemandem machen würde, der meine Tochter falsch anfasst. Das es im Internet leider allerlei dunkle Ecken gibt, in denen man Sachen findet, die man sich in seinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen mag, sollte sich auch herumgesprochen haben. Die liebe Politik, allen voran unsere knuffige Familienministerin, Ursula von der Leyen, will uns jetzt aber weiß machen, dass Internetsperren eine effektive Maßnahme seien, um solche Angebote aus dem Netz zu bekommen. Einfach ein rotes Stoppschild aufstellen und in Deutschland wird nie wieder ein Kind missbraucht - könnte man meinen.

Stopp-Schild Internetsperren Zensursula BKAEs soll dann in Zukunft so sein, dass man bei Eingabe einer Adresse eines solchen Angebotes, ein großes rotes Stoppschild zu sehen bekommt. Hört sich ja soweit ganz gut an, bringt bloß nichts. Auch wenn es nicht gefällt, eine bloße Sperrung der Seite lässt sich kinderleicht umgehen, dazu braucht man nicht mal besonders gute Computer-Kenntnisse. Also nochmal: Sperren bringt nichts! Die Angebote sind nämlich weiter erreichbar und gehören statt dessen gelöscht! Allerdings will das Frau von der Leyen, die im Netz seit neuestem nur noch ZensUrsula heißt, nicht so ganz kapieren. Aber es ist ja Wahlkampf und mit diesem Thema lässt es sich in der Bevölkerung einfach punkten. Und sind wir doch mal ehrlich: im ersten Moment hört sich das doch für jeden gut an, so eine "Sperre gegen Kinderporno-Seiten". Von daher verwundert mich es auch nicht, dass bei einer aktuellen Umfrage der Meinungsforscher von infratest dimap, 92% der Befragten angeben, sie seien für solche Internetsperren.

Unter dem Deckmantel des Kinderschutzes will man also mal eben eine Zensur fürs Internet einführen, die sich dabei aber jeglicher rechtsstaatlicher Kontrolle entziehen darf. Wer da noch über China und deren "Great Firewall" schimpft, sollte mal daran erinnert werden, dass wenn ich mit dem Finger auf andere zeige, immer noch drei Finger auf mich selbst zurück zeigen.

Und wenn sogar Menschen, die als Kind selber Opfer von Kinderschändern waren, sich gegen diese Internetsperren aussprechen, sollte man langsam mal aufwachen. Genauso wenn Eltern aus IT-Berufen, also diejenigen, die sich von der technischen Seite mit der Materie auskennen müssen, eine Erklärung im Netz unterschreiben, die sich gegen Internetsperren richtet, sollte doch im Gehirn ein Denkprozess starten. Und was ist mit den mittlerweile über 90.000 Unterzeichnern einer Petition gegen Internetsperren? Alles potenzielle Kinderschänder?

Wer jetzt immer noch glaubt, rote Stopp-Schildchen im Netz seien eine wirksame Methode um Kindesmissbrauch einzudämmen, sollte sich bitte zehn Minuten Zeit nehmen und diesen Beitrag des NDR ansehen:



Also nochmal im Klartext Internetsperren helfen niemandem, besonders nicht den Opfern!

Löschen statt sperren!

Weblinks:

Mogis - MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren
Online Petition gegen Internetsperren



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